Die Vereins-Chronik

Am 3. November 1973 fanden sich im Gesellschaftszimmer der Gaststätte Kuhlhoff, Witten-Heven, Wannen 144, auf Einladung von Heinrich Gräf, 20 Interessenten zur Gründung eines Kleingärtnervereins ein. Anwesend waren Frau Traudel Kamm und die Herren Heinrich Gräf, Axel Graf, Günter Mellinghoff, Horst Limper, Walter Richling, Eugen Bosselmann, Kurt Geldsetzer, Heinz Erdmann, Erich Neumann, Hans Dörfler, Wilhelm Specht, Heinz-Jürgen Homburg, August Brune, Heinz-Jürgen Dietrich, Gerhard Gabriel, Otto Retzlaff, Martin Schulze, Otto Vornberg und Gerd Kamm. Vom Bezirksverband Witten der Kleingärtner waren Hans Ploch (Vorsitzender) und Albert Blümel (Stellv. Vorsitzender) erschienen. Die Vereinssatzung wurde durch Heinrich Gräf vorgestellt und mit 19 Ja-Stimmen und einer Enthaltung angenommen. Heinrich Gräf stellte daraufhin fest, dass damit der

„Kleingärtnerverein Ruhrblick Heven"

gegründet war. Anschließend unterzeichneten sieben Personen stellvertretend für alle Anwesenden die neue Satzung. Die Unterzeichner waren: Heinrich Gräf, Günter Mellinghoff, Heinz-Jürgen Homburg, Wilhelm Specht, Heinz-Jürgen Dietrich, Gerhard Gabriel und Kurt Geldsetzer. Bei der anschließenden Vorstandswahl wurden folgende Gartenfreunde gewählt:

Vorsitzender

Heinrich Gräf
Stellv. Vorsitzender Kurt Geldsetzer
Kassierer Gerhard Gabriel
Schriftführer Günter Mellinghoff
Beisitzer

Heinz-Jürgen Homburg

Heinz-Jürgen Dietrich

und Axel Graf

Auf Vorschlag von Gartenfreund Gerhard Gabriel beschloss die Versammlung einen Monatsbeitrag von 4,-- DM und eine Aufnahmegebühr von 35,-- DM. Der neue Verein wurde am 26. November 1973 ins Vereinsregister beim Amtsgericht Witten eingetragen. Der Verein hatte zu dieser Zeit 8 Mitglieder. Am 1. Dezember 1973 wurde durch Gartenfreund Heinrich Gräf eine Versammlung in der Gaststätte Kuhlhoff einberufen, zwecks Aufnahme weiterer Mitglieder. 74 Interessenten waren an diesem Abend erschienen, um sich entweder zu informieren, oder um Mitglied zu werden.

Am 3. November 1975 war es dann soweit; der erste Spatenstich an der Hevener Straße konnte erfolgen. Nachdem die Wege und alle 73 Parzellen abgesteckt waren, konnte die Arbeit beginnen. Auch der nasse und kalte Winter konnte die zukünftigen Kleingärtner nicht von der Arbeit abhalten. Die Bauleitung wurde Gartenfreund Horst Feldhoff übertragen. Für die Verlegung der Wasserleitungen waren die Gartenfreunde Martin Schulze und Dieter Zeissler zuständig. Die Stromkabel wurden von den Gartenfreunden Werner Horstmann und Emil Limberg verlegt.

Da die Arbeiten zügig voran gingen, konnten die ersten Lauben bereits 1976 aufgebaut werden. Von Seiten der Stadt Witten wurde der Laubentyp


„Bochum I"


genehmigt. Im Frühjahr 1977 waren alle Lauben aufgestellt. Zwischenzeitlich wurden alle Parzellen verlost, so dass die Kleingärtner ihre Lauben in Besitz nehmen konnten. Von Freitag, 13. Mai 1977 bis Sonntag, 15. Mai 1977 wurde unsere Kleingartenanlage unter der Schirmherrschaft von Oberbürgermeister Friedhelm Ottlinger feierlich eröffnet. Den Auftakt bildete ein bunter Abend am Freitag im Saal der Gaststätte Kuhlhoff. Begonnen wurde der Abend mit Ansprachen des Oberbürgermeisters und des Bezirksverbands- vorsitzenden. Im Rahmen der Feierlichkeiten wurde den Gartenfreunden Heinrich Gräf und Horst Feldhoff für besondere Verdienste beim Aufbau des Kleingärtnervereins „Ruhrblick Heven“ die silberne Ehrennadel des Landesverbandes verliehen.


Am Samstag morgen fand die offizielle Eröffnung der Anlage statt, zu der auch OB-Stellvertreter Trepper und TEW Arbeitsdirektor Michels erschienen waren. Das Orchester Rosendahl spielte fröhliche Weisen. An den Imbiss-, Getränke- und Kuchenständen, sowie an der Bar, herrschte reger Betrieb. Aber auch an den Gartenhäusern und auf den Terrassen gab es ständig „Besuch“. Abends wurde ein Laternenfest mit vielen Besuchern aus nah und fern veranstaltet. Alle Teilnehmer genossen den zauberhaften Anblick unzähliger Laternen und Lampions. Bereits am frühen Sonntag morgen setzte erneut der Besucherstrom ein. Diesmal spielte unter anderem der SPD Spielmannszug.

Im Mai 1978 wurde unsere Frauengruppe gegründet. Die erste Leiterin war Gartenfreundin Erika Alter. Nach ihr übernahm Gartenfreundin Hildegard Bartoniczek die Frauengruppe für 14 Jahre. Heute führt Gartenfreundin Luise Zeissler die Frauengruppe mit viel Erfolg.

Am 13. November 1978 wurde unsere Anlage im Rahmen des Bundeswettbewerbs für Kleingartenanlagen (58 Anlagen nahmen an diesem Wettbewerb teil) mit einer Bronze-Plakette ausgezeichnet.

Nach Fertigstellung der Anlage konnte mit der Planung eines Vereinsheimes begonnen werden. Die Baugenehmigung wurde am 11. Oktober 1979 erteilt. Baubeginn war im März 1980. Gartenfreund Reinhold Adamczak wurde die Bauleitung übertragen. Nur 3 Monate nach Baubeginn konnte Richtfest gefeiert werden. Bereits am 26. September 1981 wurde das neue Vereinsheim eingeweiht. Für ihre unermüdliche Mitarbeit und ihren selbstlosen Einsatz beim Bau des Vereinsheimes bedankte sich der Vorstand bei den Gartenfreunden Karl Krause, Walter Richling und Werner Kranz. Ein besonderer Dank erging an Gartenfreund Otto Darpe, ohne dessen finanzieller Hilfe der Bau des Vereinsheimes nicht so schnell hätte verwirklicht werden können. Das neue Vereinsheim stand den Kleingärtnern und der Frauengruppe ab sofort für Versammlungen und Feiern zur Verfügung. Die ersten Vereinswirte waren die Gartenfreunde Herbert Faßhauer und Rudolf Demant.

In Absprache mit der Stadt Witten wurde im November 1981 eine Erweiterung unserer Anlage um 15 Gärten beschlossen. Der Baubeginn erfolgte im März 1982. Auch diesmal übernahm Gartenfreund Horst Feldhoff die Bauleitung.
Zum ersten Mal hatte die Stadt Witten drei verschiedene Laubentypen genehmigt
und zwar:

„Bochum I“ in Holz
„Bochum I“ gemauert
„3 S-Haus“

 

Die Einzelgärten wurden im Mai 1982 verlost.

Im November 1982 wurde die Baustelle vom Bauordnungsamt der Stadt Witten, wegen angeblich fehlender Baugenehmigung, stillgelegt. Der Baustopp konnte aber nach Rücksprache mit der Stadt Witten aufgehoben werden und somit stand der Fertigstellung nichts mehr im Wege.


Da im Laufe der Jahre mehrere kleine und große Arbeitsgeräte angeschafft worden waren, fehlte ein geeigneter Abstell- bzw. Unterstellraum. Nachdem die Genehmigung der Stadt Witten vorlag, konnte eine Fertiggarage als Geräteraum angeschafft werden. Unser damaliger Gerätewart Harald Störmer hatte nun einen geschützten Arbeitsplatz zur Wartung und Reparatur unserer Arbeitsgeräte.

Aus persönlichen Gründen legte zum Ende des Jahres 1983 unser damaliger 1. Vorsitzende Reinhold Adamczak sein Amt nieder. Nach der  Jahreshauptversammlung Anfang 1984 übernahm der damalige Schriftführer Helmut Bartoniczek das Amt des 1. Vorsitzenden. Als erstem Vereinsmitglied wurde Reinhold Adamczak am 23. September 1984 die goldene Ehrennadel verliehen. Grund hierfür war sein persönlicher Einsatz bei der Einführung der Ehegattenmitgliedschaft, bei der Erweiterung unserer Kleingartenanlage sowie beim Bau unseres Vereinsheimes.

Im Februar 1985 wurde auf Beschluss des erweiterten Vorstandes der Mitbegründer und ehemalige 1. Vorsitzende Heinrich Gräf zum ersten Ehrenmitglied ernannt. Anfang 1994 gab es einen erneuten Wechsel an der Spitze unseres Vereins. Als Nachfolger von Helmut Bartoniczek übernahm nun Jörg Baum die Position des 1. Vorsitzenden.

 

Unsere Gartengeräte und unsere Maschinen waren in den letzten Jahren so zahlreich geworden, dass es notwendig war, eine zweite Garage als zusätzlichen Geräteraum anzuschaffen. Diese Anschaffung wurde im Jahr 1996 realisiert. Ebenfalls im Jahr 1996 wurde mit der Pflasterung des Parkplatzes begonnen. Die notwendigen Materialien stellte uns das Betriebsamt der Stadt Witten großzügiger Weise zur Verfügung; die Arbeiten wurden in Eigenregie durchgeführt. Abgeschlossen wurde die Pflasterung des Parkplatzes im Jahr 1997.

Nach langen Jahren im Vorstand schied unser Gartenfreund Horst Feldhoff Ende 1996 aus dem Vorstand aus. Für seine großen Verdienste um unseren Verein wurde er während der Jahreshauptversammlung am 23. Februar 1997 zum Ehrenmitglied ernannt.

Die nächste größere Baumaßnahme wurde 1997 in Angriff genommen. Die bereits vorhandene Pergola an unserem Vereinsheim wurde überdacht. Anfang des Jahres 1998 wurde neben unserem Vereinsheim eine Grillhütte gebaut. Ebenfalls im Jahr 1998 wurde das 25jährige Bestehen unseres Vereins gefeiert. Das Jubiläum wurde an drei Tagen mit einem großartigen Rahmenprogramm durchgeführt und zwar von Freitag, 28. August 1998 bis Sonntag, 30. August 1998. Mit der Organisation dieses Festes wurde Gartenfreund Werner Rüsing betraut. Bei der offiziellen Jubiläumsfeier am Samstag, 29. August 1998 konnten wir nicht nur Vertreter aus allen anderen Wittener Kleingartenvereinen begrüßen, sondern auch unseren Bürgermeister Klaus Lohmann und Josef Heuvel den Vorsitzenden des Bezirksverbandes Witten der Kleingärtner e.V. Während der Jubiläumsfeier wurde zwei langjährigen Mitgliedern unseres Vereins die Ehrenmitgliedschaft verliehen. Es handelte sich um die Gartenfreunde Eugen Bosselmann und Helmut Bartoniczek.

Anfang 1999 stand ein erneuter Wechsel an der Spitze unseres Vereins an. Werner Rüsing übernahm von Jörg Baum die Position des 1. Vorsitzenden. Auf Grund seiner langjährigen Vorstandsarbeit wurde Gartenfreund Jörg Baum die goldene Ehrennadel des Vereins verliehen.

Während der Jahreshauptversammlung 2001 wurde Walter Richling (Gründungsmitglied und viele Jahre Mitglied des erweiterten Vorstandes) zum Ehrenmitglied ernannt.

Damit auswärtige Besucher sich besser in unserer Anlage zurecht finden, wurden im Jahr 2001 die beiden Hauptwege und sämtliche Nebenwege mit eigenen Namen versehen. Der erweiterte Vorstand einigte sich darauf, bei dieser Maßnahme „Baumnamen“ zu verwenden.

Zur Ausbesserung unserer Wege erhielten wir im Jahr 2005 von der Stadt Witten rote Asche vom Sportplatz des Sportvereins TuRa Rüdinghausen um unsere Haupt- und Nebenwege wieder instand zu setzen. Diese auf den ersten Blick wohlgemeinte Aktion stellte sich im nach herein als Fehler heraus, hauptsächlich bei den Nebenwegen. Auf Grund der regelmäßigen Pflegearbeiten an den Wegen, konnte sich die neue Asche nicht mit dem Untergrund verbinden. Durch das abschüssige Gelände (Nebenwege), wurde bei jedem Regenschauer die Asche - noch mehr als in den Vorjahren - nach unten geschwemmt. Daher entschloss sich der erweiterte Vorstand Ende 2005, alle Nebenwege mit wasserdurchlässigen Öko-Steinen zu pflastern. Auf der Mitgliederversammlung Anfang 2006 wurde von den Mitgliedern beschlossen, diese Maßnahme in den nächsten drei Jahren zu verwirklichen. Im Frühjahr 2006 wurde mit der Neugestaltung der ersten vier Nebenwege begonnen und bereits im Juli 2006 konnten wir den ersten Teil dieser gesamten Baumaßnahme abschließen. Die Pflasterung der nächsten Nebenwege wird in den Jahren 2007 bzw. 2008 in Angriff genommen.

Von Freitag, 4. August 2006 bis Sonntag, 6. August 2006 veranstaltete unser Verein ein Sommerfest mit großer Tombola aus Anlass des 33-jährigen Vereinsbestehen. An allen drei Tagen herrschte tolle Stimmung. Begonnen wurde am Freitag mit einem Dämmerschoppen. Die Gartenlerchen des Bezirksverbandes Witten der Kleingärtner unterhielten die Gäste mit ihren Liedern. Am Samstag Nachmittag gab es zuerst Kaffee und Kuchen, zubereitet von unserer Frauengruppe. Die nächsten Stunden waren hauptsächlich den Kindern gewidmet ( Flohmarkt, Hüpfburg und Schminkstation ). Eingebettet in dieses Kinderprogramm wurden einige Ehrungen vorgenommen. Die goldene Ehrennadel erhielten Manfred Netz und Friedrich-Wilhelm Schumacher. Außerdem wurde unserem Mitgründer und Ehrenmitglied Eugen Bosselmann die Ehrenurkunde des Vereins verliehen. Abends spielte das Brandy-Duo zum Tanz auf. Ein Erfolg war auch die große Tombola mit fast 400 Preisen. Der Sonntag wurde mit einem Frühschoppen begonnen. Während dieses Frühschoppens unterhielt der Shanty-Chor Witten die anwesenden Gäste mit seinen Seemannsliedern und löste große Begeisterung aus. Zum Abschluss der Veranstaltung wurde Sonntag Mittag eine wohlschmeckende Gulaschsuppe serviert. Das ganze Fest war eine rundum gelungene Sache.